Ötztaler Radmarathon 2026

Ende August ging es für 5 Gaimersheimer wieder nach Sölden zum legendären Ötztaler Radmarathon.

Mit 227 Kilometern und rund 5.500 Höhenmetern gehört der Ötztaler zu den härtesten Radmarathons Europas. Im Februar hatten Eva Schien, Sebastian Krell, Magdalena Winter, Constantin Weihrauch und Bernhard Tratz das Glück, einen der begehrten Startplätze zu ergattern – und konnten sich damit den Traum vom Start beim Ötztaler erfüllen.

Wie der Renntag für Eva lief, erzählt sie selbst:

Nach meinem zweiten Platz 2025 wurde ich schon im Vorfeld mehrmals angesprochen, was ich mir denn vorgenommen habe.

Ja genau – was habe ich mir vorgenommen?

Mir war bewusst, wie gut das Rennen 2025 gelaufen ist und dass es nicht selbstverständlich ist, so noch einmal abzuliefern. Gewünscht habe ich mir eine ähnliche Zeit, aber vor allem das Wichtigste: ein für mich gutes Gefühl am Rad zu entwickeln und relativ viel Spaß am Fahren zu haben. Was ich nicht wollte: einen kompletten Einbruch am Timmelsjoch.

Somit ging es für mich erst Samstag am späten Nachmittag nach Sölden, um nicht noch aufgeregter zu werden. Abends noch schnell Pasta und ab ins Bett. Da ich im Startblock 1 bin, musste ich nicht ganz so früh raus. Dennoch hat es sich gelohnt, um 5:45 Uhr im Block zu stehen, um ungefähr in Reihe 20 zu stehen. Und ja, ich war nervös. Sehr nervös.

Dann endlich ging es bei top Bedingungen los. Heil nach Oetz kommen, war die erste Aufgabe. Da das Feld deutlich schneller als in den Jahren zuvor war, hat das halbwegs gut geklappt und ich bin recht schnell an Position 3 am Kühtai gefahren. Locker bleiben, nicht zu viel investieren. Diese Höhenmeter einfach easy runterspulen.

Und ja, der Pass verflog unglaublich schnell. Oben angekommen, war ich wie jedes Jahr komplett geflasht von der Stimmung. Eva, Boris und Korbi entdeckt und von ihnen meine Verpflegung aufgenommen. Top-Service und somit ab Richtung Sterzing, wo das nächste Ziel meine Eltern waren. Die Abfahrt war ganz okay. Ich kenne sie und konnte eine Gruppe halten, mit der ich Richtung Innsbruck fuhr. Wie ich auch schon damit gerechnet hatte, war noch eine Frau dabei. Somit hieß es für mich: Ruhe bewahren, Kräfte sparen und auf Position 4 bis Sterzing „rollen“. In Innsbruck hielt ich mich mit Absicht auf der linken Seite auf, weil ich wusste, dass extra aus Kelheim angereiste Freunde auf mich warteten. Auch hier war die Stimmung wieder unglaublich und ich konnte mit neuer Motivation wieder Gas geben. Wie auch letztes Jahr wieder eine langsame Gruppe auf den Brenner, worüber ich mich nicht mehr ärgerte, sondern einfach mitfuhr.

Dadurch, dass die erste Anspannung abfiel und es verhältnismäßig wirklich ein lockeres Tempo war, wurde ich so extrem müde, dass ich mir schon Sorgen machte, dass das heute kein guter Tag wird. Aber dann endlich Sterzing und unter anderem Cola von meinen Eltern. Top! Und weiter ging es mit zwei neuen Flaschen. Ich weiß, dass mir der Jaufenpass liegt und ich mich schon extrem darauf gefreut habe. Und ja, auf den ersten 500 Metern tauchten noch einmal Freunde wie aus dem Nichts auf. Noch einmal kurz ausgetauscht, mir Motivationsschreie abgeholt und dann volle Attacke. Auf einmal habe ich mich wieder top gefühlt und so spulte ich Höhenmeter für Höhenmeter mit einer Vier-Mann-Gruppe ab. Dann war auf einmal dieser Wald schon aus und man sah die Passhöhe.

Doch ganz anders, als man es gewohnt ist: So viele Menschen! Und dann höre ich schon ein lautes „Eva!“ und Alex und Jörg winken mir schon zu. Kurz durch Alex ein paar Infos bekommen und mich von den Zuschauern die letzten 70 Höhenmeter nach oben tragen lassen. Und ja, den Jaufen konnte ich noch einmal schneller fahren als letztes Jahr und ja, ich habe mich auf Platz 2 vorgearbeitet. Mir war allerdings bewusst, dass das noch harte Arbeit bis ins Ziel wird und jetzt das Rennen erst so richtig beginnt.

In der Abfahrt bin ich leider so gar nicht in den Flow gekommen, aber auch davon habe ich mich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich wusste, dass da noch etwas in den Beinen fürs Timmelsjoch übrig ist. Unglaublich erleichtert war ich, als ich die letzten Serpentinen abgefahren hatte und mich schon wieder aufs Bergauffahren freute. Und dann stehen da meine Nichten mit meiner Schwester und haben mir noch einmal Wasser zum Abkühlen gereicht. Das Timmelsjoch teile ich mir immer in drei Abschnitte auf: das erste bis Moos, das zweite bis Schönau und das dritte bis zur Passhöhe.

Bis Moos lief es wieder top. Dann meine letzte geplante Verpflegung durch Matthias. Eins A – noch einmal Cola und Wasser zum Abkühlen. Mega, danke! Ich habe das bei den Temperaturen tatsächlich gebraucht. Und dann erhasche ich noch so viele „Eva!“-Schreie und immer wieder bekannte Gesichter aus Innsbruck. Es hat mich abgelenkt und unglaublich motiviert. Ich wollte diesen zweiten Platz und ab hier war ich mir sicher: Den Platz lasse ich mir nicht mehr nehmen. 

Ich habe mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen, dass ich einfach einen schönen Tag am Rad haben wollte – und dabei gemerkt, dass ich genau das gerade auch hatte. Immer wieder habe ich Männer überholt, die wohl am Kühtai zu schnell gefahren waren. Ich war einfach nur froh, dass ich gerade nicht in ihrer Haut steckte, und habe dabei gemerkt, dass ich doch noch relativ schnell vom Fleck komme.

Kurz vor Schönau dann ein Einbruch. Ich wusste, ich muss mich versorgen. Also Tempo mit Absicht rausgenommen, zwei Gels, einen halben Liter Flüssigkeit und dann tauchten endlich die Serpentinen auf. Dort hat „der Motor“ wieder funktioniert und ich hatte wieder richtig Spaß. Ich habe die Zuschauer angesehen und mich dadurch extrem gut abgelenkt. In den Serpentinen immer wieder nach unten geschaut, da ich nicht wusste, wo die anderen Damen sind.

Oben angekommen wusste ich, dass noch einiges an Gegenwind und ca. 30 Minuten Renndauer auf mich zukommt. Daher schnell ein Gel und ab in die Abfahrt. Die Abfahrt komplett auf Sicherheit gefahren und dann noch ins Ziel gekämpft. In der Einfahrt nach Sölden habe ich das erste Mal auf die Uhr geschaut und konnte es nicht glauben: Ich bleibe unter der Schallmauer von 7:30 h. Der Zieleinlauf, wie jedes Jahr – egal ob Top 5 oder Top 1000 – einfach genial.

Es war kein leichter Tag und auch die Vorbereitung war alles andere als einfach. Aber genau an solchen Tagen merkt man wieder, wofür man das alles macht! Danke für diesen Finishline-Moment an meine Familie und die ganze Gaimersheim-Crew, die vor Ort war. Danke an die vielen Glückwünsche und die Unterstützung, die ich das ganze Jahr bekomme!

Danke vor allem an Alex, der mein Rad vor solchen Events immer wieder spontan checkt, und natürlich auch an Boris für die gute Zusammenarbeit rund um mein Training! #Teambobr

Ein unvergesslicher Tag bei top Radbedingungen ging mit der Siegerehrung nicht nur für mich zu Ende, sondern auch für alle anderen Gaimersheimer Fahrerinnen und Fahrer, die unfassbar gut und vor allem sturzfrei gefinisht haben.

Kurzes Feedback von Sebastian Krell:

Mein erstes Ötztaler Radrennen – 7:45 Stunden voller Höhen und Tiefen! Was für ein Tag! Mein erster Ötztaler liegt hinter mir – und mit einer Zeit von 7:45 Stunden bin ich unglaublich stolz, was ich erreicht habe.

Der erste Anstieg zum Kühtai verlief genau in der Zeit, die ich mir vorgenommen hatte. Bei der Abfahrt nach Ötz musste ich allerdings eine Trinkflasche unfreiwillig auf der Strecke lassen – nicht ganz nach Plan. Auch der Jaufenpass lief so, wie ich es mir erhofft hatte. Am Timmelsjoch wurde es dann noch einmal richtig hart: Krämpfe haben mir ordentlich zugesetzt und mich leider etwas Zeit gekostet. Trotzdem überwiegt am Ende ganz klar der Stolz und die Freude über diese Erfahrung. Mein Ehrgeiz für nächstes Jahr ist definitiv geweckt – ich will wieder an den Start! 

Ötztaler 2026 – abgehakt. 2027 kann kommen! 

Kurzes Fazit von Bernhard Tratz:

Durch die Berichterstattung der letzten Jahre hatte ich wieder Lust bekommen, beim Ötztaler mitzufahren – und dann gleich im Februar das nötige Losglück gehabt. Es war wieder ein top organisiertes Event. Der ganzen Familie hat es gefallen und auch für mich ist alles gut gegangen. Die letzten Höhenmeter waren zwar noch einmal ein Kampf, aber im Ziel war das alles schnell wieder vergessen.

Dankeschön

Wir bedanken uns alle für das Mitfiebern von zu Hause und vor Ort. Vor allem ein riesen großes Danke an unsere Familien, Freunde und die gesamte Gaimersheim-Crew für die Unterstützung entlang der Strecke und reichen unserer Verpflegung! Ihr wart der Wahnsinn! Ohne euch wären diese Leistungen nicht möglich gewesen!

RTG Finisher: 

Eva Schien – 7:28 h

Sebastian Krell – 7:45 h

Bernhard Tratz – 8:33 h

Magdalena Winter – 9:50h

Constantin Weihrauch – 10:11h

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