L’Etape du Tour de France 2026
2 RTG-Sportler finishen Königsetappe erfolgreich!
| Bourg d’Oisans/Alpe d’Huez (FRA), am 29. Juli 2026, von Brunni |
Am Sonntag, den 19. Juli 2026 wurde L’Etape du Tour de France Nr. 34 als Granfondo für Amateure und Jedermänner ausgetragen. Auf Etappe 20 der Tour de France der Profis mit Start in Bourg d’Oisans und Ziel in Alpe d’Huez standen 171 Kilometer mit 5400 Höhenmetern auf dem Marschplan. Für den TSV Gaimersheim waren Loubna Kassou (FRA) erstmals und Thomas Brunnegger (AUT) zum dritten Mal im internationalen Starterfeld mittendrin. Bei L’Étape können sich Amateure und Jedermänner einen Tag wie die Profis fühlen und dürfen auf komplett gesperrten Straßen eine Originaletappe der Tour de France fahren.
Für Loubna und Brunni war die Etappe ein unglaubliches Erlebnis mit so vielen Eindrücken und Emotionen, die wir gar nicht in Worte fassen können. Loubna war sehr froh die Strecke innerhalb der Karrenzeit zu schaffen (11h45min, Platz 256 in der Klasse). Auch Brunni musste speziell am Galibier schwer kämpfen, am Ende war er nach 8h24min auf Platz 193 seiner Klasse im Ziel. Es siegte der Italiener Luca Cavallo in 5h20min. Cavallo hatte vor 2 Wochen schon die Maratona dles Dolomites in Rekordzeit gewonnen.
L’Etape du Tour de France
Es war Ausgabe Nr. 34 der L’Etape (Die Etappe). Der Organisator der Tour de France ASO veranstaltet seit 1992 ein Rennen für Amateure und Jedermänner auf einer Originaletappe der Tour de France der Männer. 2026 gibt es das zweite Mal auch eine L’Etape auf der Strecke der Tour de France Femme (Frauen) am Donnerstag, den 6. August auf den berühmten Mont Ventoux, dem Giganten der Provence. RTG war schon zweimal bei der L’Etape durch Thomas Brunnegger vertreten, 2022 von Briancon-Alpe d’Huez, sowie 2025 von Albertville nach La Plagne.
Bourg d’Oisans
Der Startort 2026 war schon oft Etappenort der Tour de France. Das Ziel Alpe d’Huez ist schon zu sehen. Im kleinen Örtchen sieht man an jeder Ecke, dass hier die Tour zuhause ist, demzufolge war es dieses Jahr unmöglich hier eine Unterkunft zu bekommen.
Alpe d’Huez
Auch der Zielort der Etappe war schon vielfach Schauplatz von Tour de France Etappen. Der Schiort ist das Mekka, der Olymp des Radsports schlechthin. Viele berühmte Rennfahrer haben sich hier in die Siegerlisten eingetragen. Der Anstieg von Bourg d’Oisans über 13.8 Kilometer mit seinen 21 Kehren gilt als die Bergstrecke der Tour schlechthin. Auf der Etappe 19 wird über diese Variante gefahren, auf Etappe 20 und L’Etape wird über den Col de Sarenne nach Alpe d’Huez gefahren, 2024 endete die Tour de France Femme in Alpe d’Huez mit dem Gesamtsieg für Kasia Niewadoma (POL) mit nur 4 Sekunden Vorsprung auf Demi Vollering (NED). Die neu gestalteten Tafeln an jeder Kehre tragen jetzt neben den Siegern der Männer auch alle Namen der erfolgreichen Frauen.
Die Berge
Folgende Pässe stehen auf dem Streckenplan: * HC - Hors Categorie = Höchste Kategorie.
Name Seehöhe / Länge / Steigung / Kategorie
Berg 1: Col de la Croix de Fer 2067m, 24.0km / 5.2% / HC*
Berg 2: Col du Telegraphe 1566m / 12.0km / 7.1% / 1. Cat
Berg 3: Col du Galibier 2642m / 17.7km / 6.9% / HC*
Berg 4: Col du Sarenne 1999m / 12.8km / 7.3% / HC*
Das Rennen: von Loubna
„Leider musste ich im letzten Block 17 starten, wohl weil ich das erste Mal dabei war. Es war ein sehr schweres und sehr, sehr langes Rennen, bin sehr glücklich und froh, dass ich es innerhalb der Karrenzeit geschafft habe. Es war eine Super-Veranstaltung. Frankreich eben :-).”
Das Rennen: von Brunni
„Um 06:30h (bzw. 6:37h für meinen Block 1) erfolgt der Start in Bourg d’Oisans, es stehen unglaubliche 17.500 Rennfahrer verteilt auf 17 Startblöcke am Start. Ich bin sehr froh nach dem ganzen Aufwand endlich am Start zu stehen. Die komplette Orga mit dem Startplatz, dem Medizinischen Attest und Hotel-Buchung war einen Riesenaufwand. Bin von meinem Quartier in Le 2 Alpes (Den Berg kennen alle italienischen und deutschen Tour-Fans von 1998) einen Teil mit dem Auto und gut 10 Kilometer mit dem Rad zum Start gefahren, um einen das Verkehrschaos zu vermeiden. Jetzt brauch ich nur mehr radfahren, in kurz/kurz geht’s bei 18 Grad los.
Mein Strategie ist klar: am Anfang ruhig und entspannt, weil der Galibier und der Sarenne werden sicher schwer. Auf einer komplett gesperrten Straße fahren wir Richtung Allmond. Nach dem Stausee startet der erste Berg - Croix de Fer (Eisernes Kreuz). Ich fahre mein Tempo, fühle mich gut, kann zu diesem Zeitpunkt die traumhafte Aussicht auf einen weiteren Stausee und auf die beeindruckende Bergwelt genießen. Nach einem kurzen Stopp am ersten Passschild geht’s in eine lange und teilweise gefährliche Abfahrt.
Unten angekommen gibt’s das einzige Flachstück im Maurienne-Tal: von St. Jean nach St. Michel. Hier überholt mich ein bekanntes Trikot: es ist der Teamkollege von unserem Ota Rehak. In St. Michel geht’s in den zweiten Berg - Telegraph - der kleine Bruder des Galibier. Der Berg ist gut zu fahren, net so steil, das meiste im Schatten. Nach gut 1 Stunde bin ich oben. Wieder Flaschen auffüllen und mit Schwung bergab nach Valloire, hier haben wir 100km auf der Uhr und es sind “nur” mehr 70 bis Ziel.
Am Ortsende beginnt der gefürchtete Col du Galibier (ein Gali-Bier gibt’s tatsächlich). Der Berg ist berühmt und gefürchtet bei Profis und Amateure. Gottlob haben wir traumhaftes Wetter mit Sonne und Temperaturen um die 25 Grad. Kein Vergleich zur legendären Tour-Etappe 1998 (Marco Pantani gewann nach dem Galibier in Le 2 Alpes bei Unwetter und Regen mit 9 Minuten Vorsprung auf Jan Ullrich). Ich weiß, die letzten Kilometer nach Plan Lachet sind richtig steil und so muss ich wirklich hart kämpfen, der Berg scheint unendlich lang, aber irgendwie schaffe ich es mit dem 34er bis zur Passhöhe. Ein Foto am Passschild schaffe ich nicht. In der anspruchsvollen Abfahrt bis zum Col duLautaret kann ich mich ganz gut erholen. Links geht’s nach Briancon, wir fahren rechts Richtung Start. Kann mich einer Gruppe anschließen und ein paar Körner zu sparen. Im Ort La Grave gibt’s eine wunderbare Aussicht La Meije Gletscher. Jetzt gilt: trinken, essen und Kräfte sammeln fürs Finale.
Bei Kilometer 150 geht’s am nächsten Stausee rechts ab in den Schlussanstieg: Col de Sarenne! Erstmals in der Tour als Auffahrt, der Berg war erst einmal (2013) in der Abfahrt auf dem Etappenplan, damals wurde 2x innerhalb einer Etappe nach Alpe d’Huez hochgefahren. 13 Kilometer bergauf stehen jetzt auf dem Plan. Die Anfeuerungsrufe der vielen Zuschauer helfen in den ersten steilen Kehren. Spruchplakate des Veranstalters am Straßenrand schaffen es die Motivation hoch zu halten („Denk dran: Jeder Meter ist ein Sieg…“ / „Schmerz vergeht, Stolz bleibt …“). Nach einem kurzen Flachstück beginnt das Finale: über 10% steil und sehr schlechter Asphalt, die wunderbare Aussicht im Naturschutzgebiet kann ich allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht mehr genießen. Kilometer um Kilometer, Kehre um Kehre geht’s hoch, das 34er Ritzel ist im Dauereinsatz. Nach mehr als 1 Stunde bergauf sehe ich das heiß ersehnte King of the Mountain Schild in 1999m Seehöhe. Jetzt sind es nur mehr 8 Kilometer bis ins Ziel, aber der schlechte Straßenbelag in der Abfahrt und 2 nervige Gegensteigungen lassen noch keine große Freude aufkommen.
Erst wo ich die ersten Häuser in Alpe d’Huez passiere, ist es fast geschafft, jetzt nur nicht stürzen, die Kurve im letzten Tunnel ist gemein. Die letzten 500 Meter sind flach, ich genieße die Athmosphäre und fahre nach 8h 12min durchs Ziel. Offiziell sind es 8h 24min, Platz 193 in der Klasse, Platz 2072 Gesamt. Ich bin kaputt, aber glücklich und zufrieden. Der Lohn für alle Anstrengungen: eine schöne Medaile in Gold, ähnlich wie sie jeder Tour-Etappensieger bekommt.”
Links
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Ergebnisse L’Étape du Tour de France 2026
Fotos RTG (Loubna, Brunni),Sportograf 2026 | Photography for the Love of Sport
Tour de France 2026
Etappe 19 am Freitag, den 24. Juli endete in Alpe d’Huez, dabei wurde über die berühmten 21 Kehren direkt von Bourg d’Oisans nach Alpe d’Huez gefahren. Es gewann Tadaj Pogacar (SLO) in Gelb vor Leny Martinez (FRA) und Richard Carapaz (ECU). Pogacar stellte im Finale einen Streckenrekord für Alpe d’Huez auf war über 1 Minute schneller als wie Marco Pantani (ITA) 1995.
Etappe 20 war die Königsetappe dieser Tour und wurde am Samstag, den 25. Juli ausgetragen. In einem dramatischen Finale gewann Carapaz vor Remco Evenepoel (BEL) und Sepp Kuss (USA). In 4h 59min war gut 20 Minuten schneller als wie der Sieger der L’Etape (allerdings war das Finale der beiden Rennen nicht exakt gleich).
Das Endergebniss 2026: Platz 1 zum fünften Mal für Pogacar vor Evenepoel vom Team Red Bull - BORA - hansgrohe und Isaac del Torro (MEX). Für Red Bull war es nach Platz 3 durch Florian Lipowitz in 2025 die erfolgreichste Tour bei der 13. Teilnahme. Leider musste Lipo nach einem Sturz beim Einzelzeitfahren verletzungsbedingt aufgeben.
Offizielle Webseite - Tour de France 2026
Fazit
Am Ende muss man sagen, das die Dimension dieser Veranstaltungen (L’Etape und Tour) in jeder Hinsicht alle Grenzen sprengen. Auf Etappe 19 waren rund 600.000 Zuschauer am Berg nach Alp d’Huez. Und: Es war wohl die härteste Etape aller Zeiten. Dies war die Meinung vieler müder und glücklicher Finisher im Ziel hoch oben auf 1850m.
Vive le Tour! Vive le France!