Gran Fondo Strade Bianche 2026

13 RTG Rennfahrer finishen erfolgreich in Siena!

| Siena (ITA), am 18. März 2026, von Ramona und Lucia |
Am Sonntag, den 8. März 2026 fand der Gran Fondo Strade Bianche Nr. 11 im italienischen Siena statt. Die Radsportler des TSV Gaimersheim waren zum sechsten Mal am Start. Alle RTG-Rennfahrer haben das Rennen über 138km (Gran Fondo) bzw. 87km (Medio Fondo) erfolgreich beendet. Dieses Jahr waren die weißen Straßen nach dem Regen vor dem Rennen besonders anspruchsvoll.

Gran Fondo + Medio Fondo

Über 138km waren 42km auf Schotter, verteilt auf 10 Sektoren zu bewältigen, zudem waren noch rund 2300 Höhenmeter zu überwinden. Auf der kurzen Strecke, dem Medio Fondo über 87km waren 6 Sektoren und 1350 Höhenmeter zu bezwingen.

Die Schottersektoren (Settori Sterrati) – Gran Fondo

1 -Vidritta, 2.1km

2 – Bagnaia, 5.8km

3 – Radi, 4.4km

4 - La Piana, 6.4km

5 – Serravalle, 9.3km

6 - San Martino in Grania, 9.5km

7 – Guistrigona, 1.1km

8 – Monteaperti, 0.8km

9 – Colle Pinzuto, 2.4km

10 – Le Tolfe, 1,1km

Alle RTG-Starter

Medio Fondo

Lucia Schiebel, Kilian Schiebel, Elena Mayer.

Gran Fondo

Johannes Stahr, Alexander Geith, Bernhard Tratz, Maximillian Pfaller, Julian Sterner, Thomas Brunnegger, Ramona Förtsch, Adrian Huber, Markus Hutzel, Thomas Heller, Patrick Gawlik, Daniel Vögele als Gaststarter.

Rennberichte

Medio Fondo – von Lucia

Sonntag, 5:15 Uhr, der Wecker klingelt – Zeit fürs Frühstück! Doch allzu groß war die Begeisterung am Morgen nicht, denn ein Blick aus dem Fenster lies eher auf “deutsche” als auf “dolce” vita schließen – 8 Grad und es regnete in Strömen…Hilft nichts, gefahren wird trotzdem!

Als es Richtung Start an der Fortezza Medicea in Siena ging, kam auch die Aufregung. Inmitten tausender weiterer Starter, starteten Kilian und Lucia gemeinsam aus dem 4. Startblock – bei immer noch leichtem Nieselregen. Doch das Wetter lies schon auf epische stradewürdige Verhältnisse schließen. Kaum ging es aus Siena hinaus, wurde das Tempo hochbeschleunigt, Kilian entschied sich doch gegen die Genussfahrt und gab ordentlich Druck aufs Pedal. Nach und nach konnten eine Vielzahl an Teilnehmern eingeholt werden, ein Großteil unterwegs mit Gravelbikes.
Der nächtliche Regen versprach nicht zu viel und sorgte in den Schottersektoren für schlammige, teils auch rutschige Abschnitte durch den aufgeweichten Untergrund –Crossskills waren gefragt. ;) Nach und nach riss der Himmel immer mehr auf und nicht nur die Kulisse, sondern auch die steilen Anstiege sorgten für atemraubende Momente auf der Strecke. Nun hieß es nochmal alles zu geben, für die letzten kräftezehrenden Anstiege – der berühmtberüchtigte Schotteranstieg Le Tolfe, mit einer Steigung von 18% und einer Länge von 500m, sowie die bis zu 20%ige Via Santa Caterina kurz vor Ziel, konnten erfolgreich erklommen werden! Doch kein Problem – jeder noch so steile Anstieg zauberte Kilian ein Lächeln ins Gesicht - “alles wunderbar”!

Am Ende kam Kilian mit einem starken 45. Platz in seiner Kategorie am Piazza del Campo, im Herzen Sienas, ins Ziel. Auch Lucia konnte sich auf den 86km und nun doch knapp 1.490hm behaupten und erreichte in der Altersklasse (19-29) sogar den zweiten Platz!
Größter Dank gilt an dieser Stelle Elena, die leider krankheitsbedingt nicht starten konnte, und Michi, die uns an der Strecke profiwürdig anfeuerten und eine erstklassige Verpflegung sicherstellten! 



Gran Fondo – von Ramona

Während am Vorabend des Rennens, nach dem spannenden Profirennen der Frauen und dem durch Tadej Pogacar dominierten Profirennen der Männer, die Motivation allerseits groß war und Johannes am Renntag bereits um 5 Uhr aufzustehen und pünktlich zur Öffnung der Startblöcke um 7:45 Uhr in Siena zu sein plante, um einen Platz im vorderen Teil seines Startblocks zu ergattern, erhielt die Stimmung am Rennmorgen angesichts des nächtlichen und noch immer anhaltenden Regens zunächst einen leichten Dämpfer. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn der Gran Fondo in denselben trockenen sonnig-bewölkten Bedingungen hätte stattfinden können wie die Profirennen am Tag zuvor. So wurde das „kurz-kurze“ Rennoutfit widerwillig gegen das Regenrenntrikot getauscht, Regenjacken wurden eingepackt, Überschuhe wurden angezogen und auch Johannes genügte plötzlich eine Abfahrt zum Start um 8 Uhr, denn „lieber überhol[t] [er] zu Beginn den halben Startblock als eine Stunde im Regen zu stehen“. Bereits auf der 10 km langen Anfahrt zum Start (ohne Bernhard, der wider Erwarten etwas länger brauchte, es aber doch noch pünktlich zum Start schaffte und in einem unbeobachteten Moment über die Absperrung in seinen Startblock kletterte) fielen jedoch die ersten Hüllen wieder und der Regen versiegte. Spätestens im Startbereich stieg die Motivation – auch dank der 100 db+-Beschallung mit einer Mischung aus Motivationsmusik und der penetranten Stimme des italienischen Moderators, der immer wieder unerwartet in sein Mikrofon brüllte – wieder auf das Vortagesniveau.

Noch bevor das Gehör der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dauerhaft Schaden nehmen konnte, startete pünktlich um 9 Uhr endlich das Rennen. Auf ca. 5 „neutralisierte“ Kilometer folgte zunächst ein schneller Abschnitt über Asphalt, welcher von zahlreichen Schlaglöchern gesäumt war, in denen man – laut Alex – einfach verschwand, wenn man nicht aufpasste. Erst auf den sich hierauf anschließenden ersten Schottersektoren wurde das Ausmaß des nächtlichen und morgendlichen Regens offenbar: Wo die Profis am Tag zuvor noch überwiegend losen Schotter vorgefunden hatten, der allenfalls etwas staubte, erwartete die Starterinnen und Starter des Gran Fondos nun vor allem Schlamm, was das Strade Bianche-Erlebnis in eine Rutschpartie verwandelte: An den teils steilen Anstiegen drehten regelmäßig die Räder durch, Abfahrten schlitterte man nur noch herunter. Doch der Schlamm hatte nicht nur Auswirkungen auf den Reifen-Grip, er setzte sich vielmehr überall dort fest, wo er nicht hingehörte: in Schaltungen, die im besten Fall mit fortschreitendem Rennen klangen wie Kettensägen, im schlimmsten Fall vollständig versagten; auf Sonnenbrillen, durch die man kaum mehr etwas sehen konnte; auf Tachos, von denen man Wattzahlen nicht mehr ablesen konnte.

Trotz dieser erschwerten Bedingungen kämpften sich alle RTG-Starter (und auch unsere RTG-Starterin) tapfer über die ca. 138 km und ca. 2300 hm des Gran Fondos, wovon ca. 42 km über die berühmten „weißen Straßen“ der Toskana und legendäre Anstiege wie den „Colle Pinzuto“ und „Le Tolfe“ führten, bis zur Piazza del Campo nach Siena.

Johannes, an den nach seinem Trainingslager in Mallorca hohe Erwartungen gestellt wurden, konnte trotz der erschwerten Bedingungen abliefern: Er erreichte bereits nach 4:13 h und damit 2 Minuten schneller das Ziel als bei seiner ersten Teilnahme im Jahr 2024 (bei einer durchschnittlichen Mehrleistung von 20 Watt und trotz zusätzlicher Höhenmeter). Aus dem Startblock 3 startend begann er mit einer Gruppe von Gleichgesinnten seine Aufholjagd an die Rennspitze, die jedoch auf den langen Schotterpassagen in der Mitte des Rennes und mit dem Crosser auch auf Asphalt viel Kraft kostete, sodass er sich vor den letzten steilen Anstiegen (insbesondere vor seinem absoluten Lieblingsanstieg (☺), dem „Colle Pinzuto“), in der Gruppe etwas zurückhalten musste, um Kraft zu sparen. Mit Spannung wird erwartet, ob Johannes bei der nächsten Teilnahme endlich den notwendigen Schritt gehen und mit dem Rennrad starten wird. 

Julian, der ebenso wie Bernhard auf wundersame Weise (€) von Startblock 5 in den Startblock 2 vorrücken durfte, fuhr nach dem Start schnell nach vorne und erwischte eine gute Gruppe. Von Kilometer 35 bis Kilometer 85 absolvierten Julian und Johannes, der aus dem Startblock 3 auf Julian aufgefahren war, das Rennen gemeinsam. Dabei flog Julian allerdings etwas zu nah an der Sonne, weshalb es ihm anschließend „den Stecker zog“. Dennoch kämpfte er sich mit vielen überholenden Fahrern ins Ziel. Hiervon konnte ihn auch seine Schaltung nicht abhalten, die gegen Ende des Rennens so verschmutzt war, dass Julian die Gänge zum Teil per Hand an der Kassette wechseln musste.

Alex, der einen sehr guten Tag erwischt hatte und mit 4:16 h eine ähnlich starke Zeit hinlegte wie Johannes, kamen die erschwerten Bedingungen sogar entgegen. Dies hatte er nicht zuletzt seinem Pinarello Crossista zu verdanken, auf das er in weiser Voraussicht zuvor italienische Reifen aufgezogen hatte, welche auf italienischem Grund ja bekanntlich nie versagen. Es bleibt zu hoffen, dass Alex seinem geliebten Crossista, das – wie auf der kurzen Fahrt vom Piazza del Campo zur Zielverpflegung für alle Beteiligten deutlich zu hören war – während des Rennes nicht unerheblich gelitten hat (Lagerschaden?), im Rahmen der nun anstehenden Wartung ausreichend Dankbarkeit entgegenbringt.

Bei Max, der gemeinsam mit Alex aus dem Startblock 4 startete, war schon nach 40 km „der Ofen aus“. Ob dies maßgeblich darauf zurückzuführen ist, dass das Fahrerfeld des vorletzten Startblocks „eine Katastrophe“ war und sich keine Gruppe gefunden hat, oder darauf, dass er von Alex auf dem Schotter „aufgearbeitet“ wurde, lässt sich im Nachhinein nicht aufklären. Die steilen Anstiege gegen Ende des Rennens (vor allem den „Colle Pinzuto“ (☺)), die er sich im kleinsten Gang hinaufmühte, wird er wohl für immer in seinem Herzen tragen. Für den Schlussanstieg über die Via Santa Caterina mobilisierte Max schließlich auch dank der letzten Verpflegungsstation nochmals all seine Kräfte und erreichte glücklich und zufrieden das Ziel.

Ramona und Adrian bestritten das Rennen weit überwiegend (d.h. immer dann, wenn Ramona nicht bergab von Adrian abgehängt wurde oder mit 40 km/h und den Worten „Soll ich auch anhalten?“ an Adrian vorbeischoss, als dieser aufgrund mechanischer Probleme am Streckenrand anhalten musste) gemeinsam. Während Adrian ganz in seiner Rolle als „Edelhelfer“ aufging, wuchs Ramona – auch wenn in den Abfahrten wohl mindestens noch 10 min herauszuholen gewesen wären – in ihrem ersten Radrennen förmlich über sich hinaus und zog zwischenzeitlich 20 Männer gleichzeitig den Berg hinauf. Dabei blieben auch Ramona und Adrian im Wesentlichen pannenfrei. Das gilt jedenfalls dann, wenn man Ramonas Platten auf dem Weg vom Ziel zur Zielverpflichtung außer Betracht lässt und den Umstand, dass Adrian bei den steilen Rampen am Ende des Rennes der kleinste Gang nicht mehr zur Verfügung stand, vernachlässigt, da er hierauf durch das zuvor auf dem „Stahlrenner“ mit einer 39/25-Übersetzung auf Teneriffa absolvierte Trainingslager bestens vorbereitet war.

Für Patrick, der nach gescheiterten Startblockverhandlungen bei Abholung der Startunterlagen vergessen hatte, die optionale (!) Zeitmessung hinzuzubuchen, endete ein in den ersten 2 ½ Rennstunden gut verlaufenes Rennen aufgrund einsetzender Krämpfe in einer Genussfahrt in der Toskana.

Auch Markus, der in Startblock 5 startete und in der Folge einen Großteil des Rennens damit verbrachte, sich im Slalom durch die übrigen Starterinnen und Starter des letzten Startblocks nach vorne zu arbeiten, absolvierte das Rennen sturz- und im Wesentlichen (Ausnahme: ein Kettenabwurf) pannenfrei. Darüber hinaus verdiente er sich, indem er nach besagtem Kettenabwurf die eigene Bestzeit opferte, um einer Fahrerin und einem Fahrer in Not beim Reifenwechsel zu assistieren, die (frei erfundene, deshalb jedoch nicht weniger ehrenvolle) Auszeichnung „Strade Bianche Teamplayer 2026 powered by Colnago“.

Brunni sprach im Ziel von einer epischen Strade und sagte weiters, dass seine fünfte Strade die schwerste war. “Die Sektoren waren nach dem Regen in der Nacht wirklich herausfordernd. Erinnert mich ans Profirennen 2018 im Regen.” Er war am Ende glücklich sturz- und defektfrei ins Ziel zu kommen und sehr froh, dass RTG diesmal mit einem Riesenteam dabei war.

Zudem ließ sich den Bedingungen am Renntag auch etwas Positives abgewinnen: Nass wurden die RTG-Starter (und die RTG-Starterin) des Gran Fondos nämlich nur von unten; im Übrigen blieb es trocken. Der Regen setzte erst wieder ein, nachdem nach dem Rennen alle wohlbehalten in die Gemeinschaftsunterkunft, eine alte Villa im Hinterland von Siena, zurückgekehrt waren. Vereinzelt beehrte die Starter (und die Starterin) sogar die Sonne mit ihrer Anwesenheit und sorgte (jedenfalls bei denjenigen, die noch kein Trainingslager auf Mallorca oder Teneriffa absolviert hatten) für die ersten Tan-Lines des Jahres. Auch die „Dolce Vita“ kam beim Gran Fondo nicht zu kurz: In den Verpflegungsstationen wurde man mit allem versorgt, was das Rennradfahrer-Herz begehrt (Wer genießt denn beim Radfahren nicht gerne das ein oder andere Lindt-Praliné?).

Das einhellige Fazit im Ziel: „Geil war’s!“

Ergebnisse

Links

Veranstalter: https://gfstradebianche.it/

Ergebnisse: Risultati - Gran Fondo Strade Bianche | ENDU

Fotos: www.getpica.com, RTG.


Die Profirennen Strade Bianche

Am Samstag, den 7. März hatten wir die Ehre die Profis am letzten Sekor des Rennens, Le Tolfe und an der Santa Christina kurz vorm Ziel in Siena zu sehen. Der slowenische Weltmeister Tadej POGAČAR (UAE) gewann das vierte Mal in Siena mit einem Solo. Zweiter wurde der Franzose Paul Seixas (Decathlon) vor dem Mexiakaner Isaac del Toro (UAE). Bei den Frauen gewann Elise CHABBEY (FDJ) vor Kasia NIEWIADOMA (Canyon-SRAM) und der Deutschen Franziska Koch (FDJ).Homepage des Veranstalters: https://www.strade-bianche.it/en/

Fazit

Die “Strade” 2026 bescherte uns gleich zu Beginn der Saison ein absolutes Saisonhighlight. Das galt nicht nur für das Rennen selbst, sondern auch für die Zeit, die wir rund um das Rennen gemeinsam in der Toskana verbrachten. Egal ob Streckenbesichtigung in der Dunkelheit aufgrund mangelhaften Zeitmanagements am Anreisetag, Fan-Party am „Le Tolfe“ während der Profirennen, „After Race-Race“ anstelle des wohlverdienten Coffee-Rides, Gravel-Abenteuer mit Bernhard Tratz & Patrick Gawlik oder traumhafte Trainingsbedingungen im Chianti, von der „Strade“ 2026 wird sich beim RTG sicherlich noch lange erzählt werden. 

Und: Wir kommen sicher wieder! Es wurde allerdings einstimmig beschlossen, dass Kilian von nun an nur noch den Gran Fondo fahren darf, denn wer am Tag nach dem Rennen so die Anstiege „raufknallen“ kann wie er, war durch den Medio Fondo offensichtlich nicht ausgelastet (Stichwort: „After Race-Race“).

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