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In Erinnerung an Wolfgang Becker * 9. 8. 1958 + 8. 2. 2005 |
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Grabrede Reinhold Bittschi; vom 11.Februar 2005
Als Vertreter der Radler des TSV Gaimersheim möchte ich Ihnen,
liebe Familie Becker, unsere aufrichtige Anteilnahme aussprechen und versichern,
dass unsere Gedanken bei Ihnen sind, in ihrer Trauer um den Verlust eines lieben
Menschen.
Wir müssen Abschied nehmen von einem allseits geliebten und geschätzten Freund
und Radlerkollegen.
Wolfgang war schon lange „Profi“-Radler, so war es nicht verwunderlich und für
uns wunderbar, dass er zu den Gründungsmitgliedern unserer Abteilung gehörte.
Wir waren glücklich darüber, dass er die Sparte der Tourenradler übernahm, weil
wir wussten, dass nicht nur ein kompetenter und begeisterter Leiter da sein
würde, sondern auch ein verläßlicher und integerer Freund und Kumpel.
Die große Zahl von Teilnehmern, die sich Sonntag für Sonntag einfanden spricht
für ihn und für sein Gespür, wie man die schönsten Ecken unserer Region
er-fahren kann. Bei Ehrungen am Saisonende war ihm immer wichtig, die Leistung
seiner Radler ins rechte Licht zu rücken.
Voll Bescheidenheit hat er nie darüber geredet, dass er die vielfache
Kilometerzahl abgespult hatte, um die besten Strecken zu erkunden.
Aber nicht nur das Radeln war ihm wichtig, sondern auch eine gemütliche und
zünftige Einkehr. So manches Schmankerl haben wir durch ihn er-fahren.
Bei all diesen Unternehmungen haben wir Wolfgang kennen gelernt, als einen
ruhenden Pol gewürzt mit einer guten Portion Humor. Und so stellen wir uns schon
Fragen, ob wir deine Nöte und Ängste nicht richtig erkannt haben, ob wir aus
lauter Oberflächlichkeit darüber hinweggegangen sind? Aber, so wie ich dich
gekannt habe, glaube ich nicht, dass du uns diese unlösbaren Fragen zurücklassen
wolltest. Vielleicht sollte uns, die wir im Leben hier zurückbleiben, dein Weg
zeigen, dass es nicht nur wichtig ist, die Schönheit der Natur zu er-fahren,
sondern dass es viel wichtiger ist und auch viel mehr Kraft kostet, den
Mitmenschen und Freund wirklich zu er-fahren.
Daher wollen wir nun nicht nur trauern, dass wir dich verloren haben, sondern
wir wollen auch dankbar sein, dass wir dich unter uns hatten. Denn wir wissen,
ein lieber Mensch, der mit uns gelebt hat, kann uns nicht genommen werden. Er
lässt eine leuchtende Spur zurück. Diesen deinen leuchtenden Spuren werden wir
ab jetzt bei unseren Tourenfahrten folgen und da wir Radler jede Menge
Schutzengel brauchen, wissen wir, dass du mit uns sein wirst.
Unser letzter Wunsch für dich, lieber Wolfgang: Ruhe in Frieden! Zum Abschluss
möchte ich noch einige Zeilen eines morgenländischen Philosophen zitieren, die
uns Antwort geben können auf unsere Fragen:
Trennung
Nun habe ich den Gipfel des Berges erreicht, und meine Geist
schwebt in einer Atmosphäre von Freiheit und Erlösung
Ich bin weit weit entfernt von euch, Freunde.
Nebel bedeckt die Gipfel der Berge und entzieht sie meinen Blicken.
Die Weite der Täler ist eingetaucht in ein Meer des Schweigens, und die Hand des
Vergessens hat die Wege und Pfade verwischt; Wiesen und Täler verbergen sich
hinter Fantomen, die weiß wie Frühlingswolken sind, gelb wie Sonnenstrahlen und
rot wie der Himmel beim Sonnenuntergang.
Die Lieder der Wellen des Meeres sind verklungen - ebenso wie das Plätschern des
Baches in den Feldern.
Die Stimmen der Menschen sind verstummt, und ich höre nichts als die Hymne der
Ewigkeit,
die sich der Sehnsucht meiner Seele zugesellt.
(Khalil Gibran, Eine Träne und ein Lächeln)